Ein trinationales Projekt zwischen Asperg, Rennes in der Bretagne und Ponteceso in Galizien an drei Orten in drei Ländern jahrgangs- und schulartübergreifend und nachhaltig bereichernd.
Im Rahmen der Erasmus+ Förderung der schulischen Begegnungen in Europa, für die sich das Friedrich-List-Gymnasium Asperg vor vier Jahren 2022 akkreditieren ließ und zum Thema „Märchen als europäisches Kulturgut“ einen beeindruckenden Auftakt hinlegte, fand in diesem Schuljahr ein Projekt zum Thema Wasser statt, dem Urquell unseres Lebens, das in verschiedenen europäischen Gegenden erkundet, geprüft und in seiner Bedeutung für unser heutiges Leben erforscht, erkundet und erlebt wurde.
Den Auftakt bildete eine Woche in Asperg, an der im Februar dieses Jahres zwei Schulen eines Schulkomplexes aus Rennes in der Bretagne, eine Schule aus Ponteceso in Galizien und das Friedrich-List-Gymnasium teilnehmen und zusammenfinden sollten und zum großen Teil zusammenfanden. Eine erlebnisreiche Woche führte uns nach Straßburg ins Europaparlament und in die europäische Stadt am Oberrhein mit ihrer wechselhaften deutsch-französischen Geschichte. Ein Ausflug wurde an den Bodensee und zur Zentrale der Bodenseewasserversorgung in Sipplingen sowie nach Meersburg unternommen. Außerdem wurde an der Schule gemeinsam an einem Projekt gearbeitet, ein Gesellschaftsspiel zum Thema erarbeitet, die Landeshauptstadt Stuttgart besucht, der Unterricht der Austauschpartner*innen besucht und Zeit in den Gastfamilien verbracht.
Die Gäste aus dem französischen Collège, die kurz vorher keine dienstliche Erlaubnis bekommen hatten nach Deutschland zu fahren, kamen in der Woche nach Fastnacht nach Asperg und besuchten im Rahmen dieser späteren Woche die Kläranlage Hoheneck in Ludwigsburg, entnahmen unter Anleitung unseres naturwissenschaftlichen Kollegen Herrn Ruf Wasserproben aus der Enz, erkundeten die Stadt Ludwigsburg und besuchten den Märchengarten am Blühenden Barockschloss, vor dem 1962 der damalige französische Präsident Général de Gaulle in deutscher Sprache seine berühmte Rede an die deutsche Jugend hielt. Eine Rallye durch Stuttgart führte sie durch die schwäbische Metropole, in der auch der Fernsehturm bestiegen wurde, und ein Ausflug nach Bad Wildbad erhob sie in die Baumwipfel des nördlichen Schwarzwaldes, sodass die Verbindung von Natur und Urbanität in der Region rund um Stuttgart erfahrbar wurde.
Ein Besuch des Musicals der 6. Klassen am FLG und ein offizielles Abendessen mit den beteiligten Kolleg*innen und der neuen Schulleiterin Frau Fink im Gasthof Bären rundete auch diese nachträgliche Erasmus-Woche im Kleinen ab.
Aufregend wurde es dann für die Asperger Schülerinnen und Schüler, als in der Woche vor den Osterferien im April der Besuch in Rennes in der Bretagne stattfand, bei dem auch die spanischen Kolleg*innen und Schüler*innen teilnahmen und erstmals also eine vollständige trinationale Zusammenführung stattfand.
Nach einer Fahrt mit dem TGV über Paris nach Rennes wurden wir abends freundlich empfangen und konnten das Wochenende in den Gastfamilien bzw. mit den Kolleg*innen verbringen und die reizvolle Gegend zwischen zwischen Ärmelkanal und Atlantik beispielsweise bei einem Ausflug ins malerische Dinan erkunden. Am Lycée wurden wir von der Schulleitung, den Kolleg*innen und den beteiligten Schüler*innen bei einem bretonischen Frühstück empfangen und anschließend in Gruppen durch die beeindruckende Anlage geführt und durften einer Schulstunde beiwohnen. Im Collège wurden wir ebenfalls von der Schulleiterin und ihrer Stellvertreterin, dem Verwaltungssekretär und den Kolleginnen begrüßt und durften zusammen mit unseren Schüler*innen und ihren französischen Gastschüler*innen an einem Workshop im Schöpfen von Papier teilnehmen.
Den eigentlichen Höhepunkt der Woche sollte die Tagesreise nach St. Malo bilden, wo zunächst der Besuch des beeindruckenden Aquariums faszinierte, bevor wir anschließend die Hafenstadt am Ärmelkanal erkundeten mit einem Rundgang auf der Stadtmauer, einem Picknick am Strand mit Muschelsuchen und barfuß im Meer Waten. In Rennes selbst konnten wir die Innenstadt am Zusammenfluss der Ille und der Vilaine mit ihren eleganten Gebäuden erkunden und in Gruppen das Kunstmuseum besichtigen. Bei einer Tagesreise zum Mont St. Michel, den wir leider nur vom Ufer des Wattenmeeres aus sehen konnten, erfuhren wir Einiges über die Austernzucht und über die Arbeitsweisen der maritimen Landwirtschaft. Eine Abschlussveranstaltung mit verschiedenen sportlich akrobatischen Übungen verpassten wir Asperger, da wir bereits am Freitag vor den Osterferien die Heimreise antraten und erfüllt von vielen neuen Reiseeindrücken und zwischenmenschlich bereichernden Erfahrungen sowie internationalen neuen Freundschaften schließlich wieder im Ländle ankamen.
Der Aufenthalt in Rennes und die beiden Wochen in Asperg sowie der noch ausstehende Aufenthalt in Galizien sind eine nachdrückliche Erfahrung und trinationale Begegnung ganz im Sinne des europäischen Gedankens mit nachhaltiger persönlicher zwischenmenschlicher, europapolitischer und ökologischer Wirkung. Dafür sei insbesondere den verantwortlichen Kolleg*innen und allen voran Frau Friedrich eine ganz besondere Anerkennung ausgesprochen.