Am 06.02.2026 besuchte die Klasse 10d gemeinsam mit den Lehrkräften Cabir Özer und Ali Kassim die Autorenlesung des Werkes „Im Jugendarrest“ von Patricia Thoma im Literaturhaus Stuttgart in Stuttgart.
Die Lesung war insofern besonders, da die Autorin nicht nur Schriftstellerin, sondern auch eine Künstlerin ist, die manchmal auch international tätig ist. Das vorgestellte Werk ist daher als Comic gestaltet. Zu Beginn stellte sich die Autorin kurz vor und erläuterte die Entstehung ihres Buches: Für dieses Projekt begab sie sich über einen längeren Zeitraum in einen Jugendarrest, wo sie mit Jugendlichen arbeitete, Gespräche führte und ihre Erfahrungen dokumentierte. Einige der Illustrationen im Buch stammen sogar direkt von den Jugendlichen selbst. Viele der dargestellten Szenen beruhen auf wahren Begebenheiten, die die Autorin persönlich miterlebt hat.
Darüber hinaus berichtete sie von ihren Aufenthalten in verschiedenen Gefängnissen in ganz Deutschland und kündigte eine Fortsetzung des Werkes an, die sich mit Straftätern und ihrem Alltag im Gefängnis beschäftigen wird.
Während der Lesung bezog die Autorin die Schülerinnen und Schüler aktiv mit ein. Ihre Präsentation gestaltete sie sehr lebendig, indem sie einzelne Szenen aus dem Buch auch schauspielerisch darstellte. Im Anschluss fand eine Gesprächsrunde statt, in der Fragen gestellt und diskutiert werden konnten. Neben der eigenen Klasse nahm auch eine weitere Klasse einer anderen Schule an der Veranstaltung teil.
Ein zentrales Thema der Diskussion waren die Rollenbilder von Frauen und Männern sowie die Frage, ob und in welcher Form Bestrafung gerechtfertigt ist. Darüber hinaus wurde die Sinnhaftigkeit von Jugendarrest und Gefängnis thematisiert – insbesondere vor dem Hintergrund, dass laut der Autorin viele Insassen nach ihrer Haft keine nachhaltige Veränderung erfahren und in zahlreichen Fällen erneut straffällig werden.
Nach der Lesung nutzte die Klasse den Rückweg, um sich noch Teile der Stadt anzusehen, darunter Universitätsgebäude und Wohnheime. Für einige der zukünftigen Abiturientinnen und Abiturienten bot dies bereits einen ersten Eindruck möglicher Perspektiven nach der Schulzeit.