Update der Schulleitung vom 20.06.2020: Überlegungen zum Präsenzunterricht

Asperg, den 20.06.2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

eine Woche Präsenzunterricht in den Klassen 5 und 6 liegt hinter uns, eine zweite wird folgen, ehe die weiteren Klassenstufen dann wieder das Schulhaus betreten werden.

Mein Eindruck ist der: es tut allen Beteiligten gut, dass mal wieder richtiger Unterricht stattfindet, wenngleich unter veränderten Bedingungen. Der Satz „Es ist so schön, in der Schule zu sein“, ist ein ebenso erfreulicher wie zu anderen Zeiten eher unerwarteter. Dass die 5.- und 6.-Klässler sich besonders umsichtig verhalten haben, was Abstand und Hygieneregeln anbelangt, will ich an dieser Stelle auch positiv erwähnen.

Zudem halte ich es für richtig, dass wir in den Vordergrund stellen, dass der Kontakt untereinander und zu den Lehrkräften, das Beobachten des jeweiligen Standes, um daran anknüpfen zu können, das Wesentliche ist. Wir können weder in den 2 halben Wochen die Unterrichtsthemen der letzten 3 Monate aufholen wollen noch können wir im Vorgriff den Rest des Schuljahres abarbeiten. Denn auch das schulische Präsenzlernen will wieder eingeübt sein, auch das gilt für alle Beteiligten.

Wenn Entlastung stattfindet, dann kann es nur durch eine Veränderung der Bildungspläne geschehen. Das liegt nun nicht in der Hand der einzelnen Schule.

In unserer Hand lag jedoch die Planung der letzten 6 Wochen, die einige Fragen aufgeworfen hat.

  1. Warum nur jeweils 2 Wochen „halber“ Unterricht: bei unseren Planungen haben wir uns von drei Kriterien leiten lassen:
    • Wir wollten eine möglichst große Bandbreite an Fächern abdecken, damit alle Klassen mit den jeweiligen Lehrkräften noch einmal in diesem Schuljahr aufeinandertreffen, die Beschränkung auf die Hauptfächer hätte dies nicht ermöglicht. Und es sollten die bekannten Lehrkräfte sein, die unterrichten.
    • Wir haben dies dadurch gesichert, dass jede Klasse pro Woche einen halbierten Stundenplan durchläuft, einen bis zur 3. Stunde, einen nach der 3. Stunde. Damit sind beide Klassenhälften nach 2 Wochen auf demselben Stand.
    • Schließlich geht es immer um Ressourcen: personelle, räumliche, planerische Kapazitäten sowie die Reinigungskapazität. Letztere ist nicht unendlich ausdehnbar, auf die Reinigungskräfte kommen jedoch, bedingt durch die Erfordernis der täglichen Reinigung der Räume erhöhte Anforderungen zu.
  2.   Warum die Reihenfolge der Klassen? Hierbei waren drei Überlegungen entscheidend:
    • In welchen Klassenstufen ist es besonders erforderlich – auch im Sinne der Entlastung der Elternhäuser -, dass schnell Präsenzunterricht stattfindet, weil der häusliche Unterstützungsbedarf besonders hoch ist? Naturgemäß sind es die Klassen 5 und 6, weil dort die Fähigkeit zur Selbstorganisation noch am wenigsten entwickelt sein dürfte. Und wir wollten gesichert haben, dass diese Klassen einigermaßen stabil in die letzten 4 Woche Fernunterricht entlassen werden können.
    • Die zweite Überlegung war: wo haben wir formale Erfordernisse, die eine frühere Präsenz verlangen? Das trifft für die Klassenstufe 10 zu, weil wir in dieser Klassenstufe den formalen Akt der Kurswahlen noch vollziehen müssen. Diese ist wiederum die dringend benötigte Grundlage für die Planungen der Deputate im kommenden Schuljahr.  Und weil die beiden Klassenstufen 9 und 10 aufgrund ihrer Größen zusammen einen ähnlichen, reduzierten Raumbedarf haben, haben wir diese beiden Klassenstufen zusammengelegt.
    • Da die Klassenstufen 7 und 8 – so jedenfalls unsere Einschätzung – sich gut selbst organisieren können, und wir aber auch ein Motivationsloch zum Schuljahresende hin vermuten, wollten wir diesen Klassen in den letzten beiden Wochen eine „Motivationsspritze“ verpassen, damit sie gut gestimmt ins neue Schuljahr gehen können.

Ich hoffe, Sie können unsere Überlegungen nachvollziehen, auch wenn Sie mit unseren Entscheidungen im Einzelnen nicht einverstanden sein mögen – ich hätte dafür volles Verständnis. Allerdings sind wir auch darauf angewiesen, dass Sie uns vertrauen, dass wir Dinge nicht willkürlich tun, dass dahinter Überlegungen stecken, die vielleicht nicht immer sofort nachvollziehbar sind. Dies gilt für die Entscheidungen der Schulleitung insgesamt, in gleichem Maße auch für die pädagogischen Entscheidungen jeder einzelnen Lehrkraft. Da wir allesamt auch unter erheblichem Druck stehen, bitte ich darum, nicht jede Entscheidung zu hinterfragen und zum Thema von Auseinandersetzungen zu machen.

 

Drei kleine Ausblicke:

  • Wir werden die Zeugnisse in den Klassen 5-11 in den letzten Schultagen übergeben, die genaue Planung erfahren alle rechtzeitig. Es wird sich jedenfalls nicht alles auf den letzten Schultag (29.7.) konzentrieren, da sollten die Zeugnisse schon in allen Familien angekommen sein.
  • Es wird eine offizielle Übergabe der Abizeugnisse geben, die Planungen dazu laufen gerade an.
  • Über die Schulferien können alle Lehrbücher behalten werden, die Übergabe wird erst zu Beginn des kommenden Schuljahres stattfinden.  Wer allerdings die Schule verlässt, sollte die Bücher rechtzeitig vor Erhalt des Zeugnisses abgeben.

Zunächst gilt unser Augenmerk den nächsten 5 ½ Wochen, die uns Kraft kosten werden. Wenn wir sie angehen in der Überzeugung und in dem Vertrauen, dass alle an ihrer Stelle das gerade Bestmögliche geben, dass wir vom jeweiligen Verständnis füreinander und der gegenseitigen Unterstützung getragen werden, werden wir dies auch als eine bereichernde Erfahrung verbuchen können.

Mit den besten Grüßen

Jürgen Stolle

Anhang Größe
Schreiben der SL zu Versetzungen_14.05.2020 (138.53 KB) 138.53 KB
Hinweise zur Notenbildung in den Klassen 11 uund 12 (329.11 KB) 329.11 KB
Notenbildung - Pädagogische Entscheidungen (234.79 KB) 234.79 KB
06062020.pdf (33.93 KB) 33.93 KB
Anhang Größe
Buszeiten ab dem 15.06.2020 (139.72 KB) 139.72 KB
Regeln für den Schulbetrieb ab dem 15.6.2020 (130.39 KB) 130.39 KB
Leitlinien Fernunterricht (87.08 KB) 87.08 KB