Schweden zu Besuch in Deutschland 2006

Ein bitterkalter Sonntagmorgen. Ungewöhnlich für März in Deutschland, aber wir erwarten hart gesottene „Wikinger“ – wie sie selbst immer von sich behaupten – insofern dürften selbst die Minusgrade erträglich sein. Dass selbst die wintererprobten Schweden spätestens im zugigen München auch so ihre Anpassungsprobleme hatten, das stellte sich im Lauf dieser Woche dann doch noch heraus.

Bild entfernt. Um kurz vor 12 Uhr, pünktlicher als erwartet, rollte der Bus, welcher unsere schwedischen Gäste vom Ryanair-Flughafen Hahn ins 250 Kilometer entfernt liegende Asperg gebracht hatte, auf die Wendeplatte beim Gymnasium. Für einige Teilnehmer, die schon zum zweiten Mal am Austausch beteiligt waren ein herzliches Wiedersehen, für alle „Neuen“ ein erstes Beschnuppern, zögerliches Kennen lernen, dann ab ins Auto und es ging ins neue „Zuhause“.

Die schwedische Begleitlehrerin, Frau Inger Lundqvist, und ich waren erstaunt wie schnell sich alle gefunden hatten – in nur 15 Minuten war die Wendeplatte wie leergefegt. Abgesehen von ein paar kleineren Krankheitsfällen auf schwedischer Seite sollte sich dieser erste Eindruck auch bestätigen – Inger und mir war eine gute Mischung gelungen, es harmonierte nahezu perfekt in den Familien.

Montag war zunächst für alle Schule angesagt, um 11 Uhr stand dann der offizielle Empfang im Rathaus (mit den landestypischen Brezeln) auf dem Programm. Unser Schulleiter, Herr Scheuer, begleitete die schwedischen Gäste an diesem Vormittag. Im Laufe des Montags trafen auch noch Mikael Larsson, ein weiterer schwedischer Lehrer, und Niclas Witt ein. Letztgenannter ist ein Mitarbeiter im Rathaus (Stadthaus auf Schwedisch) in Flen und war dieses Jahr mitgekommen, um eine Städtepartnerschaft zwischen Flen und Tamm in die Wege zu leiten.

Bild entfernt. Am Dienstag gab es den ersten Ausflugsprogrammpunkt – der Besuch im Ludwigsburger Schloss. Wir genossen eine sehr gute Führung (auf Englisch), was uns über die bitterkalten Temperaturen, vor allem auch IM Schloss, hinwegtröstete.

Mittwoch fand das erste Highlight dieser Woche statt – ein ganztägiger Ausflug nach München. Pünktlich um 8 Uhr fuhren wir los, gegen 11.30 Uhr leitete ich die Gruppe mit einer kleinen Stadtführung durch die Münchner City – Feldherrenhalle, Ludwigstraße, Englischer Garten, Residenz, Nationaltheater, Hofbräuhaus, Isartor, St. Peter, altes und neues Rathaus, Marienplatz, Frauenkirche und Fünf Höfe – danach waren alle auf eigener Faust unterwegs.

Donnerstag hieß es für alle zunächst Schulbesuch, abends stand das Schulkonzert auf dem Programm, welches für Schweden und Deutsche ein vollendeter Hochgenuss war. Freitag, zum Abschluss der Ausflüge, durften die Schweden das zweite Highlight dieser Woche erfahren – Stuttgart, kleine Stadtführung, Besuch des Mercedes-Benz-Museums und danach eine Führung durch das Daimler-Stadion. Vor allem letzteres hat uns alle wirklich tief beeindruckt.

Samstag stand dann noch das Württembergfinale unserer Handballer auf dem Spielplan, welches sich einige Schweden angeschaut haben (und natürlich die Asperger anfeuerten) und am Sonntag hieß es vorläufig Abschied nehmen. Um 5 Uhr früh brachte der Bus die schwedischen Gäste wieder nach Hahn.

Es war eine wunderschöne, erlebnisreiche Woche und wir alle freuen uns sehr auf ein Wiedersehen beim Gegenbesuch in Schweden im Mai!

Stefan Schmidt
Schweden zu Besuch in Deutschland 2006