Mehr als nur Puszta und Paprika

Schüleraustausch mit dem József Attila Gimnázium in Monor Vom 19.-25. September nahm zum zweiten Mal eine Gruppe von zehn Schülerinnen und Schülern der 11. Klassenstufe zusammen mit den organisierenden Lehrern Renate Stiefel und Peter Schönwiesner an einem Schüleraustausch mit dem József Attila Gimnázium in Monor teil.

Bild entfernt.Voller Ungewissheit, was uns in der kommenden Woche erwarten würde, traten wir am frühen Morgen des 19. Septembers unsere Reise nach Ungarn an. Nach der zehnstündigen, aber selten langweiligen Zugfahrt erreichten wir am Sonntagabend Budapest. Dort wurden wir von unseren Partnern, die alle Deutsch als Fremdsprache lernen, und deren Familien in Empfang genommen. Obwohl wir im Vorhinein schon viel über die große ungarische Gastfreundschaft gehörten hatten, überraschte uns doch das hohe Maß an Freundlichkeit, Fürsorge und kulinarischer Versorgung, das uns unsere Gastfamilien während unseres gesamten Aufenthalts entgegenbrachten, immer wieder aufs Neue. So lernten wir nicht nur die Sehenswürdigkeiten Ungarns, sondern auch die Kultur und Mentalität seiner Einwohner kennen und schätzen.

Bild entfernt. Am Montagmorgen begann unser Programm mit dem Besuch des József Attila Gimnáziums, wo wir nach einer kurzen Begrüßung durch den Direktor den Unterricht besuchten. Hierbei konnten wir – wie überall in Ungarn – stark die Spuren der Geschichte erkennen: Beispielsweise erinnert das teilweise baufällige Schulgebäude noch an die sozialistische Vergangenheit, wohingegen die moderne PC-Ausstattung der Schule eindeutig den Weg in die Zukunft weist.

Bild entfernt.Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa folgte der offizielle Empfang auf dem Rathaus, bei dem uns Grundlegendes über die 20.000-Einwohnerstadt Monor näher gebracht wurde. Monor war allerdings nicht Heimat aller am Austausch beteiligten Schülerinnen und Schüler, manche wohnten gar bis zu 20 Kilometer von Monor entfernt, was für uns ungewohnt lange Schulwege mit sich brachte. Den Montagnachmittag verbrachten wir im neu gebauten Schwimmbad von Monor.

Dienstag früh nahmen wir den ersten ganztägigen Ausflug nach Budapest in Angriff.

Bild entfernt.Wir erkundeten die schönen Seiten der Hauptstadt, die aus dem flachen Pest und dem bergigen Buda besteht, zu Fuß, was sehr anstrengend, aber auch wirklich beeindruckend war.

Zeit zum Ausruhen und Verarbeiten der Eindrücke blieb jedoch kaum, da am Mittwoch die nächste ganztägige Exkursion auf dem Plan stand. Zunächst wurde uns von einem humorvollen Fremdenführer die Barockstadt Eger im Norden Ungarns näher gebracht. Diese beheimatet neben einer großen Burganlage viele prachtvolle Kirchen sowie das nördlichste Minarett Europas, ein Zeichen der ehemaligen türkischen Herrschaft. Im Anschluss fuhren wir weiter in die Bükker Berge.

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Die Fahrt mit einer historischen Eisenbahn und die anschließende Wanderung durch die schöne Berglandschaft bildeten den Abschluss unseres Tagesprogramms.

Am Donnerstagmorgen besuchten wir vormittags erneut die Schule. Danach führte uns unser Programm in die für Ungarn typische Tiefebene der Puszta. Unsere erste Station war ein Reiterhof in Tanyacsárda, wo die bekannten ungarischen Puszta-Pferde gezüchtet werden. Des Weiteren besichtigten wir Kecskemét, eine vom Jugendstil geprägten Kulturstadt.

Zum Abschluss der Schulwoche begleiteten wir unsere Partner am Freitag nochmals im Schulalltag. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen, an denen wir vor allem passiv den Deutsch- oder Englischunterricht verfolgten, konnten wir nun selbst aktiv werden, denn es stand Sport auf dem Stundenplan. Nach dem nationenübergreifenden Fußball- und Basketballspiel wanderten wir gemeinsam zu einer Weinprobe.

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Auf einem urigen Weingut konnten wir uns von der Qualität der Weiß- und Rotweine der Weingegend um Monor überzeugen.

Im Anschluss waren wir auf den Schulball des József Attila Gimnáziums eingeladen, der zur Begrüßung der neuen „Erstklässler“ (entspricht in Deutschland der 9. Klasse) veranstaltet wurde und der gleichzeitig den Abschluss unseres Ungarnaufenthalts bildete.

Am späten Samstagabend kamen wir nach einer erneut langen Zugfahrt schließlich zwar sehr müde - doch auf jeden Fall begeistert von unserer Ungarnfahrt - wieder gut in Asperg und Tamm an.
Durch unser sehr abwechslungsreiches Programm, aber auch durch die von uns Schülern individuell gestalteten Abende, erfuhren wir vieles über die ungarische Kultur sowie die Lebens- und Denkweise unserer Partner und deren Familien und hatten außerdem noch sehr, sehr viel Spaß! Deshalb zählen wir auch schon voller Vorfreude die (wenigen) Tage bis zum Gegenbesuch der Ungarn in Asperg vom 3.-10. Oktober 2004.

Nils Hirsch & Tobias Fissler
Schüleraustausch Ungarn 2004 - Mehr als nur Puszta und Paprika