Jüdische Vergangenheit und Gegenwart zu Gast

Am 09. 05. 2003 besuchte die in den Vereinigten Staaten lebende Jüdin Frau Ruth Gold-Williams mit ihrem Enkel Herrn Battista den Unterricht des Neigungsfaches Religion am FLG.

Frau Gold - Williams ist keine direkte Zeitzeugin des dritten Reiches, konnte jedoch über zahlreiche Erlebnisse und Schicksale aus ihrer eigenen Familie und der ihres ersten, ebenfalls jüdischen Ehemannes berichten. Ihr erster Ehemann verlor fast seine gesamte Familie in Konzentrationslagern und auch ein Großteil von Frau Gold-Williams Verwandtschaft überlebte das dritte Reich nicht.

 Frau Gold-Williams selbst ist in Spanien aufgewachsen, war vom dritten Reich also nur indirekt betroffen; ihre Eltern stammten jedoch aus Ludwigsburg, weswegen sie zweisprachig aufwuchs.
Frau Gold-Williams wanderte als Jugendliche in die USA aus und erzählte uns von ihren Erfahrungen als jüdische Einwanderin. Seit ihrer Immigration in die Vereinigten Staaten ist sie zum vierten Mal in Deutschland zu Besuch gewesen. Den ersten Deutschlandaufenthalt verbrachte sie mit ihrem ersten Ehemann; sie besuchten sowohl die Konzentrationslager als auch vielbesuchte Touristenorte.

Ihr Enkel Herr Battista berichtete uns über das Alltagsleben in Amerika, über das weitgehend positive Bild, das seine Generation von Deutschland und dem Umgang mit seiner Geschichte hat und schilderte uns seine eigenen Eindrücke von Deutschland.
Sehr offen sprachen beide über den Irak-Krieg. Zwar sehen beide einen Krieg nicht als Lösung eines Konflikts, in Krisenzeiten ist ihnen die Unterstützung ihres Landes aber äußerst wichtig und so war ihnen auch die Enttäuschung über Deutschlands strikte Haltung anzumerken.
Frau Gold-Williams und ihr Enkel interessierten sich außerdem dafür, wie der 11. September bei uns erlebt wurde und sprachen über ihre eigenen Gefühle zu diesem tiefgehenden Ereignis. Beide gingen auf unsere Ansichten ein und so entwickelte sich eine belebte Gesprächsrunde über Toleranz und Nächstenliebe.

Während des Gesprächs wurde Frau Gold-Williams bemerkenswert tolerante Haltung gegenüber Andersdenkenden deutlich. Sie sprach sich außerdem dafür aus, so viel wie möglich über andere Kulturen und Religionen zu erfahren, möglichst viele Fremdsprachen zu erlernen und Verbindungen zu anderen Ländern zu pflegen.
Frau Stiefel bedankte sich im Namen der Schülerinnen und Schüler des Kurses herzlich für die Offenheit und das Engagement der Gäste.

Maren Brech, Sandra Fluhrer, Fehime Hirmiz